Dienstag, 30. Dezember 2014

An die Mutter auf dem Rasthof

Nachdem ich gestern meinen Artikel über die Mommy Wars gebloggt habe, begegnete mir direkt im Anschluss ein wunderschöner Post in der unerzogen-Facebookgruppe, den ich hier, auch auf Wunsch einiger Gruppenmitglieder, teilen möchte. Eine der Mütter dort schrieb folgende Zeilen (Originalpost von Sarah H.) : 

Ich habe gestern so etwas schönes beobachten können und seitdem überlegt, ob ich diesen Post erstelle oder nicht. Und weil's mich nicht loslässt tu ich es einfach: 
An die liebe Mama, die gestern Abend auf dem Rasthof Lehrte mit ihrer kleinen, blondgelockten Tochter war. 
Die Geduld und Liebe, die zu spüren sind, wenn Du mit Deiner kleinen Tochter umgehst, haben mein Herz erwärmt und mich tief beeindruckt. Ehrlich gesagt bin ich noch zweimal wieder in das Gebäude des Rastplatzes hineingelaufen um zu schauen, ob ich eine kleine Karte für Dich finde oder irgendetwas, auf dem steht "Für eine tolle Mama" oder so ähnlich. Meine Frage, ob ich helfen kann, hat Dich glaube ich irritiert, was ich auch verstehen kann. 
Situation: die Kleine (ich bin echt schlecht im Schätzen - vielleicht 3 Jahre alt?) wollte nicht auf die Toilette, nicht die Treppe hoch, nicht die Treppe hinunter. Sie weinte und schrie. Möglicherweise war sie sehr müde? Über zwanzig Minuten ist die Mama unglaublich liebevoll und geduldig geblieben. Trotz des regen Verkehrs anderer Personen im Treppenhaus und auf den Toiletten. Mit ruhiger Stimme und bewundernswert positiver Ausstrahlung hat sie die Emotionen ihrer kleinen Maus aufgefangen. Irgendwann schaffte die Mutter es völlig unaufdringlich, die Aufmerksameit der süßen kleinen Maus mit in einer Vitrine ausgestellten Dingen zu fesseln und sie so aus ihrer Wut herauszuholen. 
So häufig sehe ich grobe, ungeduldige Eltern, die kein großes Verständnis/Gespür für ihre Kleinen aufzubringen vermögen. Das Erlebnis gestern war umso wundervoller. 
Ganz liebe Grüße an Dich, liebe Mama, falls Du hier zufällig mitliest.

Ich war davon sehr berührt. Zum einen, weil diese Situationen so unheimlich anstrengend sein können und es schön ist, indirekt mitzuerleben wie liebevoll diese Mutter war. Zum anderen, weil hier eine Mutter eine andere Mutter gesehen und anerkannt hat, aber nichts sagte. Die Mommy Wars sind in aller Munde. Aber vielleicht gibt es genauso oft Mütter, die anerkennend schauen und wir wissen es gar nicht?
Ich nehme mir vor, in Zukunft etwas zu sagen, wenn eine Mutter es in meinen Augen toll macht - egal, ob sie es so macht wie ich es machen würde. 

Eure Julia aus der guten Kinderstube



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